Informationen zum städtischen Wohngebäude "Töllern 3"

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Das städtische Wohngebäude Töllern 3 wird seit jeher für die Unterbringung von Personen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind, verwendet. Das genaue Baujahr des Gebäudes lässt sich nur schätzen. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege geht für das vorhandene Gebäude von einer Entstehungszeit im späten 17. Jahrhundert oder frühen 18. Jahrhundert aus.

Das Leprosenhaus ist derzeit kein Einzeldenkmal, sondern es befindet sich in direkter Nachbarschaft der Kath. Filialkirche St. Johannes d. T. , die als Denkmal gelistet ist. Der Bayerische Denkmal-Atlas nennt in diesem Bereich ein nicht qualifiziertes Bodendenkmal im Umfeld um die Kirche, dessen Vorhandensein oder mögliche Ausdehnung nicht geklärt ist.

Eine Begehung durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege erfolgte bereits vor 2 Jahren. Laut Auskunft des Denkmalamtes soll in Kürze ein formeller Nachtrag in die Denkmalliste mit dem Listeneintrag „Ehem. Leprosenhaus, zweigeschossiger Massivbau mit Steildach, spätes 17. oder frühes 18. Jh.“ im Rahmen der Gesamtbenehmensherstellung mit der Gemeinde (Art. 2 DschG) erfolgen.

Das Gebäude soll auch weiterhin seine historische Funktion erfüllen können, ist aber in einem sehr schlechten Zustand. Bei den letzten Reparaturmaßnahmen wurde festgestellt, dass die Stromverteilung und -absicherungen mehr als unzureichend sind. Nach dem Öffnen und Entfernen der Decken wurde weiterhin festgestellt, dass der Zustand der Deckenbalken und Dachbalken die Stabilität des Dachstuhles gefährden könnten. Insgesamt zeigte das Gebäudeinnere, dass eine menschenwürdige und ordentliche Unterbringung von Personen nicht mehr gewährleistet ist.

Nach den festgestellten Schäden musste leider bereits das 2. Geschoss bis auf weiteres gesperrt werden. Eine Sanierung ist unumgänglich. Der finanzielle Aufwand für eine Sanierung des Gebäudes wurde zunächst zwar nur grob geschätzt, das erste Ergebnis hat aber gezeigt, dass der Aufwand einer Sanierung, bei Erhalt der alten Zimmeraufteilung teurer sein würde als ein Neubau (an welcher Stelle auch immer) und zugleich die Anzahl an Unterbringungsmöglichkeiten aufgrund des Flächenzuschnitts nicht vergrößert werden könnten.

Im Hauptausschuss vom November 2016 wurde über den Zustand von Töllern 3 informiert und diskutiert, um die äußerst dringende Sanierung in die Mittelplanung für 2017 aufnehmen zu können. Über eine genaue Ausgestaltung der Planung entscheidet zu einem späteren Zeitpunkt der Bauausschuss bzw. Stadtrat.

Grundsätzlich wurden folgende 3 Varianten diskutiert:

  1. Bestandssanierung
  2. Abriss und Neubau
  3. Erhalt der Kubatur mit neu aufgebautem Innenleben

Variante 3 fand dabei den größten Zuspruch, da die prägende Fassade erhalten werden könnte und zugleich die Zimmeraufteilung optimiert, der Dachstuhl erneuert und damit mehr Unterbringungsmöglichkeiten möglich wären. Die Bauverwaltung muss nun zunächst Planungen erstellen und mit den entsprechenden Fachbehörden, wie dem Denkmalschutz, abstimmen, die in den weiteren Gremien behandelt und entschieden werden.