Ziele der Agenda 21-Gruppen: Siedlungsökologie

Die Zukunftsfähigkeit unserer Städte ist eng verwoben mit der Frage, wie die Entscheidungsträger, Bürger und Verantwortlichen das städtische Problemspektrum aufgreifen: den weiter zunehmenden motorisierten Individualverkehr, den hemmungslosen Flächenverbrauch und die Zersiedelung der Landschaften, die Funktionsauslagerungen und -trennungen von Wohnen und Arbeiten und die Folgen sozialer Ausgrenzung bestimmter Gruppen und Bereiche in benachteiligte Stadtquartiere, die Ausdünnung der Innenstädte durch Stadtflucht und die Speckgürtel.

Seit 1. Januar 1998 ist in Deutschland mit der Novellierung der Planungsgesetze die Nachhaltigkeit als Leitziel räumlicher Entwicklung festgeschrieben worden. Damit sind die Weichen für einen Paradigmenwechsel gestellt, der notwendig ist um diese Probleme zu bewältigen. Konkret bedeutet Nachhaltigkeit im Städtebau, den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen als Erbe für die nachfolgenden Generationen mit der Sicherung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und der sozialen Chancengleichheit auf städtischer Ebene zu verknüpfen. Es ergeben sich damit grundsätzliche Handlungsfelder:

Ziel der "Siedlungsökologie" ist, die städtebaulichen Probleme auf kommunaler Ebene jeweils konkret zu definieren, Zusammenhänge und Vernetzungen zu anderen Fachbereichen zu erkennen und gesamtheitliche Lösungsansätze anzuregen. Die Stadt Weilheim hat z.B. eine von der Agenda 21 erstellte Öko-Checkliste als Grundlage für Bebauungspläne verabschiedet. Zentrales Anliegen der Agenda 21 ist, ein Leitbild im Sinne der Nachhaltigkeit als "roten Faden" für künftiges Handeln einzurichten. Wesentliches Merkmal ist die "offene Planung", also die Einbeziehung auch von Bürgern in den Planungsprozess.