Hochwasser an Angerbach und Waitzackerbach am 02. und 03. Juni 2013

im Bereich: Hochwasserschutz

Der Schutz Weilheimer Bürgerinnen und Bürger vor Hochwasser ist bereits seit 2004 ein wichtiges Anliegen der Stadt Weilheim i.OB. Sowohl am Waitzackerbach, als auch am Angerbach kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu kritischen Hochwassersituationen.

Insbesondere örtlich begrenzte aber sehr ergiebige Niederschläge haben zu Ausuferungen der Bachläufe und Überschwemmungen in den bebauten Bereichen entlang der Gewässer geführt. Nach den beiden Hochwasserereignissen im Juni 2011 am Waitzackerbach, bei denen in mehreren Anwesen Kellergeschosse und teilweise das Erdgeschoss überflutet wurde, bekam der Hochwasserschutz in Weilheim ein noch stärkeres Gewicht. Mit dem Bau des Rückhaltebeckens am Waitzackerbach wurde bereits im Juli 2012 begonnen. Aufgrund von verschiedenen Einflüssen wie z. B. Witterung usw. konnte das Rückhaltebecken bis zum Beginn der hochwasserkritischen Zeit in diesem Jahr trotz aller Vereinbarungen und Drucks von Seiten der Stadtverwaltung nicht soweit fertig gestellt werden, dass es Ende Mai wie geplant einsatzbereit zur Verfügung steht.

Aufgrund der vorhergesagten starken Regenereignisse für das vergangene Wochenende waren daher bei Stadtverwaltung und Städtischem Betriebshofs alle maßgeblichen Personen in Alarmbereitschaft. Der Bereitschaftsdienst des Betriebshofes der Stadtwerke hat ab Freitag ständig sämtliche Zu- und Abläufe von Waitzackerbach und Angerbach kontrolliert. Auch die Beschäftigten von Ordnungsamt und Bauamt der Stadtverwaltung haben über das gesamte Wochenende die Lage an den Bachläufen beobachtet, um sofort Maßnahmen ergreifen zu können, falls das Wasser zu steigen droht. Bereits am Sonntagnachmittag wurden von Seiten der Stadtverwaltung alle Geschäftsleute des Gewerbegebiets Trifthof sowie der Paradeisstraße telefonisch auf das drohende Hochwasser hingewiesen und gebeten, entsprechende vorsorgende Maßnahmen zu treffen.

Beim Angerbach kam es erst später am Abend zu kritischen Situationen. Aufgrund der aller Vorhersagen zum Trotz nicht endenden Regenfälle drohte der Angerbach in Eberfing Anwesen zu überschwemmen. An mehreren Durchlässen bestand die Gefahr, dass der Bach über die Ufer tritt und damit unkontrolliert talwärts in Richtung Weilheim fließt. Dies hätte für den Osten Weilheims, insbesondere für die Anwohner im Gögerlviertel, an Troger-, Angermaier- und Sonnwendstraße verheerende Auswirkungen gehabt. Noch in der Nacht wurde daher von den Bürgermeistern der Stadt Weilheim und der Gemeinde Eberfing, gemeinsam mit dem Vertreter des Landratsamtes und der Feuerwehr Weilheim die Lage vor Ort betrachtet. Dabei wurden die Maßnahmen besprochen, die ergriffen werden, wenn der Angerbach in Eberfing tatsächlich beginnt auszuufern.

Zu diesem Zeitpunkt konnte für den Waitzackerbach schon fast wieder „Entwarnung“ gegeben werden. Hier war die kritische Marke bereits am frühen Abend erreicht. Durch ein engagiertes Miteinander der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Katastrophenschutzes des Landratsamtes, des Wasserwirtschaftsamtes Weilheims, der Stadt Weilheim und des raschen Eingreifens von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk sowie den eiligst herbeigerufenen Mitarbeitern der bauausführenden Fa. Schneider und des Ingenieurbüros Blasy & Overland konnte hier das Schlimmste verhindert werden. Der Rückhaltedamm an der Tankenrainer Straße war noch nicht fertig gestellt und konnte damit noch nicht eingestaut werden. Dank zweier wichtigen Entscheidungen der Stadt Weilheim vor Ort und deren Umsetzung vor Ort konnte das drohende Hochwasser entlang der Tankenrainerstraße und der Moosstraße gebannt werden. Der Waitzackerbach trat südlich des schon bestehenden Dammbauwerkes bereits über die Ufer und lief in die für ihn vorgesehenen Rückhalteflächen. Der vorhandene Betriebsauslass  im Damm, der das zurückgehaltene Wasser des späteren Beckens kontrolliert wieder in den Bach abgeben soll, wurde kurzerhand geschlossen. So konnten größere Teile des Waitzackerbaches im noch nicht fertig gestellten Becken zurückgehalten werden. Zusätzlich zu diesem Abschluss wurde auf der Höhe der derzeitigen Zufahrt zum Becken durch Aufschüttungen ein zweiter Auslass angelegt. Durch diesen konnte das bis dorthin angestaute Wasser über die Tankenrainer Straße/Staatsstraße in den Graben nördlich der Straße geleitet werden. Über diesen Graben wurde es im Weilheimer Moos verteilt und bedrohte nicht mehr die stromabwärts gelegene Bebauung. Im Bereich der Frühlingsstrasse wurde durch Abpumpen des sich an der Brücke anstauenden Wassers Abhilfe geschaffen. Diese Sofortmaßnahmen machten sich im gesamten weiteren Verlauf des Waitzackerbaches nach kürzester Zeit bemerkbar!

An dieser Stelle möchte ich allen Helfern und Einsatzkräften der Feuerwehren, des THW, des Roten Kreuzes und der Polizei ausdrücklich meinen Dank für die schnelle und tatkräftige Hilfe aussprechen! Auch den Vertretern von Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt sowie des Betriebshofes der Stadtwerke Weilheim, die uns am Wochenende aktiv mit Rat und Tat unterstützt haben, gilt mein herzlicher Dank. Gemeinsam haben wir es geschafft, dass die Weilheimer Bürgerinnen und Bürgern entlang des Angerbaches und des Waitzackerbaches von einem weiteren Hochwasser verschont blieben. Bereits heute kann ich versichern, dass aufgrund der Erlebnisse der letzten Tage der Hochwasserschutz im Osten und Westen der Stadt Weilheim weiterhin größte Priorität hat und mit Nachruck weiter betrieben wird!

Stadt Weilheim i.OB

Markus Loth
1. Bürgermeister