Beschreibung 3. Obergeschoss

Jahreskrippe

Eine Rarität besonderer Art besitzt das Museum mit der Jahreskrippe aus der Friedhofskirche Weilheim. Der einheimische Maler Johann Baptist Wenzl schuf die heute noch 62-teilige Krippe im Jahr 1723. Damit gilt sie als eine der ältesten erhaltenen Krippen mit beweglichen Figuren (-gruppen) in Bayern. In teilweise dramatisch gesehenen Szenen sind die Anbetung der Hirten und der Hl. Drei Könige, der Bethlehemitische Kindermord oder der 12-jährige Jesus im Tempel dargestellt. Kulturhistorisch interessant sind dabei die zeitgenössischen Trachten aus der Umgebung, die Wenzl bei der Anbetung der Hirten und beim Kindermord verwendete. Ursprünglich wurden die einzelnen Szenen getrennt - entsprechend dem Fortgang des Kirchenjahres - zur Veranschaulichung der Geschehnisse im Neuen Testament in der Kirche aufgestellt.

Volkstümliche Möbel (Braut-Ausstattungen)

Das Museum besitzt zwei bäuerliche Schlafzimmer, die von ihrer Zusammenstellung und Gestaltung her wichtigen oberbayerischen Möbelgruppen angehören. Das Zimmer von 1824 besteht aus einem Bogenschrank, einem Aufsatzbett mit der Darstellung des "Seminari-Kindls", Tisch, Stuhl und Waschtisch. Diese Ausstattung stammt aus der Gegend zwischen Tölz, Rosenheim, Bayrischzell, Ebersberg. Bis nach 1850 wurden solche Schlafzimmer-Kombinationen als Mitgift mit Repräsentationscharakter im Kammerwagen-Umzug ins Heim der Braut geführt. Bis um 1800 gehörten Himmelbett, die mit der Textil-Aussteuer gefüllte Truhe und eine Wiege dazu. An diese Art der Ausstattung erinnert das 2. Schlafzimmer aus dem Tegernseer Gebiet, das mit Möbeln der Zeitspanne von 140 Jahren bestückt ist. Dieses Ensemble mit Himmelbett (1782), Schrank (1802), Wiege (19. Jh.) und restlichen Gebrauchsmöbeln (um 1920) kam aus Weilheimer Bürgerbesitz ins Museum. Zwei Figurenpaare zeigen Weilheimer Trachten.

Bürgerstube

In diesem Raum hängen Gemälde und Fotos Alt-Weilheimer Bürger und Bürgerinnen vom 17. bis 20. Jahrhundert. Weilheims berühmtester Sohn, Jörg Petel, ist uns bekannt durch ein Gemälde seines Freundes Antonis van Dyck (Kopie des 19. Jahrh.). Aus dem 18. Jahrhundert gibt es die Bildnisse des Kaufmanns Vötterl und des Landrichter-Ehepaares von Lachenmayr. Weitere vertretene Familien sind die Ferchl, Hipper, Höck oder Pfarrer Georg Eisvogl. Frau Anna Beutelrock ist als erste Hauswirtschaftslehrerin in Weilheim porträtiert, Johann Schelle mit Frau als einer der letzten Wessobrunner Stuckatoren. Fotos früherer Weilheimer Bürgermeister und Stadträte und die Uniform Admiral Hippers
sind zu sehen. Einige Einrichtungsgegenstände vervollständigen diese Sammlung, dazu ein Nagelstock von 1916.

Kontakt

Admiral-Hipper-Straße 20
82362 Weilheim i.OB
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