Schätze aus dem Depot (17)

Die Bocksberger: Eine Weilheimer Familie des 19. Jahrhunderts (22.11.2017 - 30.11.2017)

Als Josef Bocksberger aus Antdorf im Jahre 1802 die Weilheimer Nestlerstochter Franziska Sayrach heiratete erwarb er damit auch ein Haus in der Weilheimer Schmiedgasse. Als Nestler stellte er dort Bänder, Schnüre und Riemen aus Leder her.  Später scheint er auch das Handwerk eines Weißgerbers ausgeübt zu haben, der aus Kalbs- und Ziegenleder vor allem Handschuhe verfertigte. Und so hält er auf den Porträts im Stadtmuseum Weilheim, die ihn und seine Frau als modisch gekleidete Bürger zeigen, wohl auch ein Stück feines dünnes Leder in der Hand.

Sein Sohn Anton Bocksberger wurde dann als Bürgermeister eine wichtige Persönlichkeit in Weilheim. In jungen Jahren hatte es ihn jedoch in die weite Welt hinausgezogen. Wie sein Gesellenwanderbuch, das sich heute im Stadtarchiv befindet, beweist, führte ihn seine Gesellenwanderung über das Gebiet der heutigen Länder Österreich, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Ukraine und Polen. Inklusive eines Abstechers nach Dänemark kehrte er u.a. über Berlin, Dresden, Hamburg, Düsseldorf und Heidelberg wieder nach Weilheim zurück. Eine Urkunde im Museum zeigt, dass er später auch in den Süden reiste und Rom besichtigte.

Als Anton Bocksberger sein Amt als Bürgermeister antrat hatte er sogleich eine schwierige Situation zu meistern. Die revolutionären Unruhen des Jahres 1848 griffen auch auf Weilheim über und insbesondere die Oberstadtler rieben sich an den hohen Lebensmittelpreisen und Steuerabgaben.  Bocksberger gelang es diese Situation zu entschärfen und er lebte als angesehener Bürger bis ins Jahr 1880.

Nach der dritten Generation endete dann die Geschichte der Familie Bocksberger in Weilheim: Mit dem Säckler Thomas Bocksberger starb 1918 der letzte Weilheimer dieses Namens.

Die Objekte zur Geschichte der Familie Bocksberger sind vom 22.11. bis zum 29. 11. in der Reihe Schätze aus dem Depot im Ausstellungsraum des Stadtmuseums zusehen.

[Bild: Porträt Josef Bocksberger, Foto Stadtmuseum Weilheim]

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