Eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius würde die Risiken und Auswirkungen des Klimawandels gegenüber einer stärkeren Erwärmung erheblich verringern - unter anderem die Gefahr, unumkehrbare Kipppunkte im Klimasystem zu überschreiten.

Weilheim hat sich zum Ziel gesetzt bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen. Damit bekennt sich die Stadt zu einem ambitionierten Vorgehen beim Klimaschutz und einer Vorbildfunktion für Bürger und Unternehmen.

Die Agenda 21-Gruppen wollen die Anstrengungen konstruktiv unterstützen und aufzeigen, welche Maßnahmen zur Kohlenstoffdioxid-Reduzierung wirkungsvoll und machbar sind. Direkt wirken die Steigerung regenerativer Energieerzeugung und -nutzung sowie die Reduzierung des Energieverbrauchs. Weitere Hebel zur Verbesserung des Klima- und Umweltschutzes finden sich in Produktion und Konsum sowie der Landwirtschaft und der Renaturierung beziehungsweise Bewirtschaftung von Wald- und Grünflächen.

Die enge Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ bietet den Zugang zu fundiertem Fachwissen, welches die Basis zu sachlicher Argumentation und Durchsetzung von Maßnahmen darstellt.

Die Größe des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes muss zum wichtigen Parameter bei allen öffentlichen und privaten Entscheidungen werden.

Energieerzeugung und -nutzung

  • Für Weilheim liegt der Schwerpunkt auf dem Ausbau der Solarenergie (PV und Thermie) sowie der Nutzung nachwachsender Rohstoffe (z.B. Holz).
  • Für den Gebäudebereich stehen energetische Sanierung sowie Nahwärmekonzepte im Fokus.
  • Zusätzlich zum inländischen Ausbau der erneuerbaren Energien könnten Importe von im Ausland mit erneuerbaren Energien produzierten klimaneutralen Energieträgern (Wasserstoff, Synfuels) hinzukommen. Hierfür wären Projektpartnerschaften durch die Stadtwerke denkbar.

Unternehmen

  • Es ist essentiell, dass sich alle neuen Industrieanlagen klimaneutral betreiben lassen.
  • Eine konsequente Kreislaufwirtschaft durch Re-Use, Re-Manufacturing und Recycling von Produkten ist anzustreben und zu fördern. (Beschaffungsmanagement)
  • Der Ausbau der Infrastruktur für klimaneutrale Unternehmen muss sofort beginnen. Andernfalls wird die Zeit für den Umbau nicht reichen. (Stadtwerke, Netzbetreiber)
  • Entscheidungen müssen jetzt fallen und dann mit größtmöglicher Geschwindigkeit und Entschlossenheit umgesetzt werden.

Verkehr

Maßnahmen zur Dekarbonisierung des Verkehrs auf lokaler Ebene sind Verkehrsvermeidung und -verlagerung.

Im Einzelnen:

  • Halbierung des Autoverkehrs bis 2035, parallel Verdoppelung der Kapazität des Öffentlichen Verkehrs
  • Pkw-Verkehr im Innenstadtbereich auf ein Drittel des heutigen Wertes senken. Dafür Ausbau der Rad- und Fußinfrastruktur und des öffentlichen Personennahverkehrs kombiniert mit Tempolimits und Reduzierung von Fahrspuren und Parkplätzen
  • Anreize zur Nutzung umweltfreundlicher Fahrzeuge im Stadtbereich

Güterverkehr 

  • Reduzierung des Güterverteilverkehrs durch zentrale Abholstationen

Berufs- und Pendlerverkehr

  • Pendlerparken am Stadtrand mit Anbindung an ÖPNV sowie Park & Bike
  • Etablierung von Online-Konferenzen und Shared-Office-Modellen

 Gebäude

  • Zentral fürs Erreichen von Klimaneutralität bis 2035 ist eine massive Steigerung der energetischen Sanierungsrate auf 4 Prozent pro Jahr. Aktuell liegt diese bundesweit bei lediglich 1 Prozent.
  • Ausbau der Nahwärmeversorgung sowohl für Neubaugebiete als auch im Gebäudebestand
  • Genehmigung von Neubauten nur mit regenerativen Heizsystemen
  • Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive im Handwerk

 Maßnahmen zum Klimaschutz führen meist auch zu einer besseren Umweltverträglichkeit.

 Im Fokus stehen zusätzlich:

 Wasser

  • Verunreinigung von Grundwasser schrittweise reduzieren
  • Auswirkungen von Wasseraufbereitungsanlagen
  • Einfluss von Geothermienutzung auf das Grundwasser prüfen und vermeiden

Luft

  • Immissionen aus Privathaushalten und Gewerbebetrieben vermeiden und / oder filtern
  • Lärmbelastungen insbesondere durch Verkehr und Gewerbe durch aktive und passive Maßnahmen schrittweise reduzieren
  • Abgase durch Verkehr insbesondere im Stadtbereich minimieren 

 Boden

  • Abfallvermeidung durch z.B. Mehrweg, Verpackungsminimierung
  • Energetische Nutzung von Reststoffen zur Reduzierung von Deponielast

Es sind weniger die technischen Grenzen, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden werden, sondern der gesellschaftliche und politische Wille. Ist dieser gegeben, stehen der Erreichung von Kohlenstoffdioxid-Neutralität bis 2035 auf der Basis heutiger Erkenntnisse keine unüberwindlichen Hindernisse entgegen. 

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