5.3.1 Weilheimer Literaturpreis
Der Weilheimer Literaturpreis wird seit 1988 von der Stadt Weilheim in Kooperation mit der Kester-Haeusler-Stiftung, weiteren lokalen Sponsoren sowie dem Gymnasium Weilheim verliehen. Das Preisgeld betrug zunächst 6.000 Euro, wovon 50 % von der Stadt Weilheim und 50 % aus Sponsorengeldern finanziert wurden. Ferner hat die Stadt eine Bürgschaft für nicht eingehende Spenden aus der Bevölkerung und der Geschäftswelt übernommen. Ab 2006 wurde das Preisgeld auf 7.500 Euro festgesetzt. 2010 übernahm die Stadt davon 5.000 Euro. Seit 2010 findet die Verleihung im Fünf-Jahres-Rhythmus statt.
Am 10. April wurde der 13. Weilheimer Literaturpreis im feierlichen Rahmen im Stadttheater Weilheim an Bas Böttcher verliehen. In seiner Laudatio schilderte der SpokenWord-Poet Dalibor Markovic den Werdegang seines Slammer-Kollegen in genial gereimten Versen.
Der diesjährige Preisträger Bas Böttcher eröffnet jungen Menschen „einen niederschwelligen und humorvollen Zugang zur oftmals als sperrig empfundenen Gattung Lyrik“, urteilten die Juroren. Die Jury besteht – ein Novum in der Geschichte deutscher Literaturpreise – ausschließlich aus Jugendlichen. So erhalten sieben Schülerinnen und Schüler des Weilheimer Gymnasiums am Ende ihrer Schulzeit die Möglichkeit, ein persönliches Votum über die Autoren abzugeben, die sie durch die „Weilheimer Hefte“, die jeweils in allen Klassen im Deutschunterricht behandelt werden, kennen gelernt haben.
Wie alle seine Vorgänger hielt auch Bas Böttcher eine „Rede an die Jugend“, die sich mit dem Begriff der Freiheit auseinandersetzte und übte gereimte Kritik an überbordender Bürokratie und starren Normen. Sein Vorschlag, einen „internationalen Hinterfragtag“ einzuführen, um festgefahrene Strukturen aufzulösen, wurde von dem jungen Publikum begeistert aufgenommen.
Bisherige Preisträger:
- 1988 - Ilse Aichinger
- 1991 - Wolfgang Hildesheimer
- 1993 - Gertrud Fussenegger
- 1995 - Thomas Hürlimann
- 1997 - Reiner Kunze
- 1999 - Vico von Bülow (Loriot)
- 2001 - Siegfried Lenz
- 2003 - Rafik Schami
- 2006 - Wole Soyinka
- 2010 - Sten Nadolny
- 2015 - Nora Gomringer
- 2020 - Sasa Stanisic
- 2025 - Bas Böttcher
5.3.2 Kulturpreis
Der Stadtrat hat am 21.04.1988 beschlossen, jährlich einen Kulturpreis an eine oder mehrere Personen bzw. Institutionen zu vergeben. Mit dieser Auszeichnung können kulturelle Leistungen im weitesten Sinne Anerkennung finden. Die Benennung, Preishöhe und sonstigen Bedingungen werden jeweils durch Stadtratsbeschluss festgelegt. Der Preis ist derzeit mit 1.000 Euro dotiert.
Als Preisträgerin für den Kulturpreis 2025 wurde vom Stadtrat der Stadt Weilheim die Kantorin der Apostelkirche Weilheim und Dekanatskantorin Gundula Kretschmar ausgezeichnet. In dieser Funktion ist sie unter anderem für die Aus- und Fortbildung von Organisten und Chorleitern zuständig. Außerdem bietet sie Dekanats-Chortage und Orgelreisen an. Von ihrem Vorgänger Herrn Erdt hat sie mit diesem Amt auch die Leitung des im Jahr 2000 von ihm gegründeten Auswahlchores „Neue Kantorei des Dekanats Weilheim“ übernommen. Neben diesem leitet sie die Chöre der Apostelkirche und organisiert neben der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste auch Konzerte und Abendmusiken. Zudem begeistert sie als Pianistin und Organistin – ob solo oder zusammen mit anderen Künstlern ihr Publikum.
Strahlende Preisträger und Laudatoren in der Weihnachtssitzung: (von links) Erster Bürgermeister Markus Loth, Zweite Bürgermeisterin Angelika Flock, die Feuerwehrler Moritz Heine (Marnbach-Deutenhausen), Wolfgang Strauss (Unterhausen) und Dominik Kanzler (Weilheim), die stellvertretend für ihre Jugendfeuerwehren den Sozialpreis entgegennahmen, sowie die Trägerin des Kulturpreises, Gundula Kretschmar, die Trägerin des Umweltpreises, Heike Grosser, und der Dritte Bürgermeister Alfred Honisch.
5.3.3 Umweltpreis
Heike Grosser betreibt seit über 20 Jahren vor den Toren Weilheims den Ammertaler Biohof mit seinen herrlichen Streuobstwiesen mit rund hundert verschiedenen Apfelsorten, Quitten, Birnen und Pflaumen. In der Erntezeit kann man nach Voranmeldung selbst zum Ernten kommen und direkt vom Baum die unterschiedlichen Sorten probieren. Das Obst und der daraus gewonnene Saft werden regional vermarktet. Auch in der Umweltbildung ist Heike Grosser sehr aktiv. Sie bietet Schulklassen und Vereinen die Möglichkeit, die Streuobstwiesen zu besuchen und bei der Ernte aktiv zu werden.
So bekommen die Besucher durch fachkundige Anleitung und praktische Erfahrungen einen wertvollen Einblick in den ökologischen Obstbau und die natürlichen Zusammenhänge. Für all dieses Engagement zeichnete der Weilheimer Stadtrat Heike Grosser mit dem Umweltpreis 2025 aus.
Den 1988 geschaffenen Umweltpreis der Stadt Weilheim i.OB verleiht die Stadt Weilheim i.OB an natürliche oder juristische Personen, die sich in hervorragender Weise im Umwelt- und Naturschutz engagiert haben. Der Umweltpreis ist derzeit mit 1.000 Euro dotiert.
5.3.4 Sozialpreis
Mit dem Sozialpreis zeichnete dieses Jahr der Stadtrat das ehrenamtliche Engagement unserer Jugendfeuerwehren aus Weilheim, Marnbach-Deutenhausen und Unterhausen aus.
Seit mehr als 50 Jahren bringen sich Jugendliche ein, eignen sich theoretisches Wissen an und trainieren die Abläufe für spätere Einsätze als Aktive. In Wettbewerben und Jugendleistungsprüfungen stellen sie genauso ihr Können unter Beweis wie bei der jährlichen 24-Stunden-Katastrophenübung, die sich gemeinsam mit den Jugendgruppen des BRK, des THW und der Bergwacht ableisten. Das alles muss natürlich organisiert werden und auch die Betreuung und Ausbildung der Jugendlichen beansprucht viel Zeit und Energie. Dafür sorgen seit jeher die Jugendwarte in den einzelnen Feuerwehren.
Den mit Stadtratsbeschluss vom 24. April 2002 geschaffenen Sozialpreis der Stadt Weilheim i.OB verleiht die Stadt Weilheim i.OB an natürliche oder juristische Personen, die sich in hervorragender Weise im sozialen Bereich engagiert haben. Der Sozialpreis ist derzeit mit 1.000 Euro dotiert.
5.3.5 Ehrenzeichen
Erster Bürgermeister Markus Loth (links) bedankte sich gemeinsam mit seinen Stellvertretern Angelika Flock (2. von rechts) und Alfred Honisch (rechts) bei den Geehrten für deren langjährige ehrenamtliche Tätigkeit. Das Ehrenzeichen erhielten (von links): Wolfgang Reuthner, Monika Marschall, Gerald Ott, Hermann Plötz, Gillian Susan Pal, Klaus Hubl, Irene Beige, Klaus Kriegisch und Herbert Ullmann. Auch Agnes Seitz wurde mit dem Ehrenzeichen bedacht, konnte jedoch bei der Feier nicht dabei sein.
Der Stadtrat hat in seiner Sitzung vom 24.Oktober 1996 beschlossen, an Personen, die sich durch langjährige ehrenamtliche Tätigkeit im kulturellen, sportlichen, sozialen oder einem anderen gemeinnützigen Bereich hervorragende Verdienste erworben haben und der Auszeichnung würdig sind, das Ehrenzeichen der Stadt Weilheim i.OB zu verleihen. Es besteht aus Silber und zeigt das Wappen der Stadt Weilheim i.OB mit der Umschrift „Ehrenzeichen der Stadt Weilheim i.OB“.
Traditionell wurden auch 2025 wieder in der feierlichen Jahresabschluss-Sitzung des Stadtrats die Ehrenzeichen der Stadt Weilheim an engagierte Bürgerinnen und Bürger verliehen. Dieses Mal wurden zehn Personen ausgezeichnet.
5.3.6 Sportlerehrung
Der Stadtrat hat am 19. März 1992 beschlossen, Weilheimer Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften sowie Sportler, die Mitglieder in Weilheimer Vereinen sind, für besondere sportliche Verdienste jährlich zu ehren.
Am 16. Mai lud die Stadt 76 erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler im Alter zwischen sieben und 74 Jahren in die Große Hochlandhalle zur Sportlerehrung der Stadt Weilheim i.OB ein. Sie wurden von der zweiten Bürgermeisterin Angelika Flock und vom Sportreferenten des Stadtrats, Tillman Wahlefeld, für ihre herausragenden sportlichen Erfolge im vergangenen Jahr ausgezeichnet. Hinter diesen Erfolgen, ob einzeln oder in der Mannschaft errungen, steckt neben der Freude am Sport sehr viel persönlicher Einsatz und noch mehr Training.
Die Ehrung unserer Sportlerinnen und Sportler ist deshalb nur eine kleine Anerkennung für eine Leistung, die sie auch für das Ansehen unserer Stadt und den Sport in unserer Stadt erbringen!
Von der Jury wurde dieses Jahr der Weilheimer Speedwayfahrer Dennis Helfer als „Sportler des Jahres“ gekürt. Diese Auszeichnung ist neben einem Wanderpokal mit einem – von der Sparda-Bank gestifteten – Preisgeld von 500 Euro verbunden.
